Warum Pressemitteilungen auch 2026 relevant bleiben

Pressemitteilungen gelten vielen als Auslaufmodell. Sie sind oft zu lang, zu werblich und werden von vielen Redaktionen ignoriert. Diese Kritik ist nicht neu und in vielen Fällen berechtigt. Und trotzdem wäre es ein Fehler, deshalb im Jahr 2026 gar keine Pressearbeit zu machen. Der Grund: Gute Pressemitteilungen können für Sichtbarkeit in einer KI-geprägten Informationslogik sorgen.
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Denn während klassische Suchmaschinen zunehmend durch generative Systeme ergänzt oder ersetzt werden, gewinnt eine alte Währung massiv an Wert: journalistische Veröffentlichungen auf etablierten Medienportalen.
Die neue Relevanz von Medienportalen im KI-Zeitalter
Generative Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini bevorzugen Inhalte, die
- öffentlich zugänglich sind,
- redaktionell geprüft wurden,
- klar strukturiert und einordenbar sind und
- auf etablierten Domains liegen.
Genau hier spielen Medienportale ihre Stärke aus. Veröffentlichungen in Fach- oder Leitmedien fungieren für KI-Systeme als vertrauenswürdige Referenzpunkte. Sie liefern Kontext, Einordnung und Glaubwürdigkeit.
Für Unternehmen heißt das: Wer in relevanten Medien stattfindet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten zitiert oder indirekt referenziert zu werden. Das ist der eigentliche strategische Wert moderner Pressearbeit.
Pressearbeit ja, Pressemitteilungen nicht blind
Diese Entwicklung ist kein Argument einfach mehr Pressemitteilungen zu versenden. Sie ist ein Argument für eine bessere Pressearbeit. Pressemitteilungen bleiben dabei ein mögliches Werkzeug, aber sie müssen anders gedacht werden. Bitte nicht als Marketingtext, sondern als Eintrittskarte in journalistische Kontexte.
Eine Pressemitteilung ist 2026 dann sinnvoll, wenn sie:
- Ein Thema anbietet, das über das Unternehmen hinaus relevant ist
- Journalist:innen bei der Einordnung hilft
- Faktenbasiert formuliert ist
- Anschlussformate ermöglicht, etwa Interviews, Fachbeiträge oder Hintergrundgespräche
In dieser Logik ist die Pressemitteilung nicht der Endpunkt, sondern der Startpunkt der Kommunikation.
Warum gerade jetzt zur Pressearbeit ermutigt werden sollte
Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren ihre Pressearbeit reduziert oder ganz eingestellt. Oft aus Frust, weil einzelne Mitteilungen keine Resonanz hatten. Aus GEO-Perspektive ist das kurzsichtig.
Denn Sichtbarkeit in generativen Systemen entsteht nicht allein durch die eigene Website, Blogs oder LinkedIn-Posts. Sie entsteht auch durch externe Validierung. Und genau diese liefern Medienberichte.
Ein Zitat in einem Fachmedium, ein Interview in einem Branchenportal oder eine Erwähnung in einem redaktionellen Kontext wiegt für KI-Systeme schwerer als selbst veröffentlichter Content.
Pressearbeit schafft damit etwas, das kaum ein anderes Instrument leisten kann: vertrauensbasierte Reichweite.
Was sich in der Pressearbeit konkret ändern muss
Damit Pressemitteilungen auch 2026 relevant bleiben, braucht es dazu aber ein Umdenken:
- Weniger Anlässe, dafür klarere Themen
- Weniger PR-Sprache, mehr fachliche Einordnung
- Kürzere Texte mit klarer Kernaussage
- Gezielte Ansprache statt Verteilerlogik (bitte nicht eine PM für alle)
- Veröffentlichung auf eigenen Kanälen als Ergänzung, nicht als Ersatz
In Kombination mit Fachartikeln, Interviews und Studien entsteht so ein Ökosystem aus Inhalten, das sowohl für Journalist:innen als auch für KI-Systeme anschlussfähig ist.
Fazit: Pressemitteilungen auch 2026 auf dem Schirm haben
Pressemitteilungen sind nicht tot. Aber sie funktionieren nur noch im Zusammenspiel mit guter und durchdachter Pressearbeit.Im Jahr 2026 geht es nicht mehr darum, möglichst viele Mitteilungen zu versenden. Es geht darum, in relevanten Kontexten stattzufinden.
Wer das schafft, profitiert doppelt: Zum einen durch journalistische Sichtbarkeit heute
und zum anderen durch generative Sichtbarkeit morgen. Pressearbeit ist damit kein Relikt. Sie ist eine Investition in die Auffindbarkeit der eigenen Expertise. Eine Pressemitteilung kann als Instrument dazu sinnvoll sein.
Quellen
- news aktuell (2025): „Medien-Trendmonitor 2025: Wie Journalist:innen mit PR-Material arbeiten.“
- Arxiv (2025): „Generative Engine Optimization: How to Dominate AI Search“
- Search Engine Land (2025): „AI search is growing, but SEO fundamentals still drive most traffic“
